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Bosseln Volkssport Ostfrieslands

Eine Website, die sich in welcher Form auch immer mit Ostfriesland beschäftigt, kommt um ein Thema nicht herum, das Bosseln, einer der beliebtesten Sportarten in Ostfriesland.

Die Ursprünge des Friesensport gehen bis in das 19. Jahrhundert zurück, als das Bosseln als Variante des "Klootschiessens", eine Feldsportart bei der eine rund ein halbes Kilo schwere Kugel (Holz mit Blei gefüllt) möglichst weit geworfen werden muss.


Bosseln Warnschild Das Bosseln findet, anders als das Klootschiessen, auf öffentlichen Straßen statt und ist in der heutigen Zeit in Ostfriesland deutlich weiter verbreitet, als das Klootschiessen und nirgendwo sonst auf der Welt ist der Bosselsport so populär, wie in Ostfriesland und fast jedes noch so kleine ostfriesische Dorf verfügt über einen Bosselverein, dessen Mitglieder ihren Sport enthusiastisch zelebrieren.







Etwas verwirrend ist es, dass sehr viele Ostfriesen, trotz besseren Wissens, das Straßenbosseln, als Klootschiessen bezeichnen und beispielsweise behaupten, dass sie am Sonntag zum Klootschiessen gehen, obgleich sie eigentlich Bosseln meinen.

Der Ablauf eines Wettkampfes im Straßenbosseln ist wie folgt:

Die zwei gegnerischen Mannschaften stellen vier verschiedene Gruppen auf, die je Mannschaft aus vier Bosslern bestehen. Drei dieser Gruppen verwenden als Wurfgerät eine gedrehte Holzkugel, währen eine Gruppe (die sogenannte Gummigruppe) eine Kugel aus Gummi als Sportgerät verwendet.
Die beiden gegnerischen Mannschaften werfen (rollen) nun abwechselnd ihr Sportgerät so weit wie möglich die Straße entlang, wobei ein Bahnweiser dem jeweiligen Werfer die günstigste Richtung für seinen Wurf anzeigt.
Bei den Würfen beginnt stets die Mannschaft, die bezüglich der Wurfweite zurückliegt.
Wenn es dem Werfer der zurückliegenden Mannschaft dann nicht gelingt mit seinem Wurf an dem vorangegangenen Wurf der Gegenmannschaft vorbeizukommen, dann zählt dieses als "Schoet" (Schuss) und ein Werfer der führenden Mannschaft braucht seinen Wurf gar nicht mehr antreten.
Das Ziel des Bosselspieles ist, am Ende möglichst viele "Schoets" erzielt zu haben, wobei am Wettkampfende die Ergebnisse aller vier Gruppen addiert werden.

Die Motivation eines Ostfriesen zu Bosseln ist recht unterschiedlich.
So sind die Bosselsportler der höheren Klassen in der Regel äußerst ehrgeizig und betreiben ihren Sport wirklich professionell.
Für andere Bossler ist der Sport eher eine Art angenehmer Zeitvertreib, diese nehmen das Ergebnis des Spieles dann zumeist auch weniger ernst und freuen sich oftmals viel mehr auf den gemütlichen Umtrunk nach dem Bosseln.



Wer Ostfriesland im Hochsommer besucht, der wird wohl kaum mit dem Bosseln konfrontiert werden, da dann die Saison zu Ende ist.
Wer folglich das Bosseln gerne einmal beobachten möchte, der sollte außerhalb der Hauptreisezeit nach Ostfriesland kommen, denn dann finden auf vielen Straßen in Ostfriesland an den Wochenenden Bosselwettkämpfe statt.

Erschrecken Sie jedoch nicht, wenn Sie im Rahmen dieser Wettkämpfe viel lautes Geschrei hören, denn dies gehört zum Bosseln einfach dazu.
Besonders dann, wenn gerade ein "Schoet" gefallen ist, kann man die Bosselsportler oft schon von Weitem hören, da ein "Schoet" ähnlich enthusiastisch gefeiert wird, wie ein Tor beim Fußball.

Abschließend jetzt noch ein kurzes Video, welches Bossler bei ihrem Sport zeigt:



Bossler aus "sicherer" Entfernung aufgenommen.



Linktipp:
Neuharlingersiel-Info.de